Stellen Sie sich vor: Eines Morgens wachen Sie mit furchtbaren Zahnschmerzen auf. Alles pulsiert, der Schmerz strahlt bis in den Kopf, und nichts scheint zu helfen, weder Schmerztabletten noch eine Kamillenteespülung, nicht einmal das beste Zahngel aus der Hausapotheke. Der Weg führt Sie zwangsläufig zum Zahnarzt. Dort wird ein Röntgenbild gemacht, und die Diagnose lautet: Entzündung des Zahnnervs. Der Zahnarzt bietet Ihnen eine Wurzelbehandlung an und erklärt, dass danach alles wieder in Ordnung sein wird. Die Schmerzen verschwinden, denn der Zahn wird devital, also „tot“.
Doch genau hier beginnt eine wichtige Überlegung: Was bedeutet es eigentlich, einen toten Zahn im Mund zu haben? Ist das wirklich das Ende der Probleme, oder möglicherweise der Anfang neuer, weniger offensichtlicher Belastungen?
Ein Zahn ohne Leben, und doch nicht ohne Wirkung
Aus schulmedizinischer Sicht ist die Wurzelbehandlung eine bewährte Methode, um einen Zahn zu erhalten, der sonst gezogen werden müsste. Dabei wird das entzündete Gewebe aus den Wurzelkanälen entfernt, der Zahn gereinigt, desinfiziert und anschließend gefüllt.
In meiner biologischen Zahnarztpraxis in 1060 Wien wird dieser Ansatz allerdings kritisch hinterfragt. Bei uns gilt ein wurzelbehandelter Zahn nicht als neutraler „Platzhalter“ im Gebiss, sondern als potenzielles Störfeld im Körper. Der Grund: Das komplizierte Netzwerk aus mikroskopisch feinen Seitenkanälen, Verästelungen und Dentintubuli lässt sich selbst mit modernster Technik nicht vollständig reinigen.
So können (trotz gründlicher Arbeit) Reste von organischem Gewebe und Bakterien im Zahn verbleiben. Manche dieser Mikroorganismen sind anaerob, das heißt, sie gedeihen ohne Sauerstoff, und produzieren Stoffwechselgifte, die in kleinsten Mengen in das umliegende Gewebe gelangen können (vgl. Lechner, 2012; Graf, 2011).
Unsichtbare Gifte und ihre möglichen Folgen
Einige dieser Bakterienarten, etwa Fusobacterium nucleatum, bilden flüchtige Schwefelverbindungen wie Methylmercaptan oder Schwefelwasserstoff (vgl. Persson et al., 1990; Piannotti et al., 1986). Diese Substanzen riechen nicht nur unangenehm, sondern können (zumindest im Labor und im Tierversuch) Nerven- und Bindegewebe schädigen (vgl. Tansy, 1981; Hannah et al., 1989).
Befürworter einer ganzheitlichen Sichtweise befürchten, dass solche Gifte nicht im Zahn „gefangen“ bleiben, sondern über Blut- oder Lymphbahnen auch andere Körperbereiche erreichen. Diskutiert werden mögliche Auswirkungen auf das Immunsystem, das zentrale Nervensystem und sogar auf den Energiestoffwechsel.
Wenn das Immunsystem nicht zur Ruhe kommt
Ein weiterer Aspekt ist die stille Entzündung. Selbst wenn der Zahn nach außen hin unauffällig ist und keine Schmerzen verursacht, könnte das Immunsystem ständig in Alarmbereitschaft sein, um gegen verbliebene Bakterien und deren Stoffwechselprodukte anzukämpfen.
Diese Art von Dauerbelastung wird in der ganzheitlichen Medizin mit einer Vielzahl unspezifischer Symptome in Verbindung gebracht: chronische Müdigkeit, diffuse Schmerzen, Hautprobleme oder ein insgesamt erhöhter Entzündungsstatus im Körper (vgl. Gomes et al., 2013; Pasqualini et al., 2012).
Der Blick auf den ganzen Menschen
In der Zahn-Meridian-Lehre, einem Konzept aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, werden jedem Zahn energetische Verbindungen zu bestimmten Organen und Körpersystemen zugeordnet. So steht beispielsweise der obere erste Molar in Verbindung mit dem Funktionskreis Magen – Milz – Pankreas (vgl. Rau, 2011). Befindet sich an dieser Stelle ein wurzelbehandelter Zahn, könnte dies nach dieser Sichtweise langfristig funktionelle Störungen in den zugehörigen Organen begünstigen.
Ob man diese energetische Verbindung für plausibel hält oder nicht: Für viele Patientinnen und Patienten, die bereits an chronischen Erkrankungen leiden, ist dieser ganzheitliche Blick eine wichtige Ergänzung zur rein symptomorientierten Zahnmedizin.
In meiner Praxis: Zeit für Ihre Entscheidung
Während die Wurzelbehandlung in der klassischen Zahnmedizin in erster Linie als erfolgreiche Maßnahme zum Zahnerhalt gilt, lege ich als ganzheitlich arbeitender Zahnarzt in Wien meinen Fokus darauf, auch die lokalen und systemischen Folgen zu betrachten.
Ein wurzelbehandelter Zahn kann (insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem oder bestehenden Entzündungsprozessen im Körper) zu einem chronischen Belastungsherd werden.
Die Entscheidung für oder gegen eine Wurzelbehandlung ist deshalb nicht nur eine zahnmedizinische, sondern im umfassenden Sinn auch eine gesundheitliche Grundsatzfrage. In meiner Praxis nehme ich mir die Zeit, Sie aus biologischer und ganzheitlicher Sicht zu beraten. Gemeinsam finden wir die Lösung, die nicht nur die Gesundheit Ihrer Zähne, sondern auch Ihr langfristiges Wohlbefinden im Blick hat.





