In meiner biologischen Zahnarztpraxis betrachten wir Zähne nicht isoliert, sondern als das, was sie sind: ein lebendiger Teil Ihres Körpers, der mit Organen, Nerven, Ihrem Immunsystem und ja, auch mit Ihrem Gehirn verbunden ist.
Denn neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Zahngesundheit ist mehr als ein schönes Lächeln. Sie kann sogar über unser Gedächtnis mitentscheiden.
Wenn aus Entzündung Vergessen wird
Chronische Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) sind weit verbreitet und verlaufen oft schleichend. Oft werden sie erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Doch Studien zeigen: Menschen mit Parodontitis haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz zu erkranken.
Eine aktuelle Meta-Analyse aus zwölf Studien zeigt ein um bis zu 38 % höheres Demenzrisiko bei Parodontitis. Bei schwereren Verläufen kann das Risiko sogar noch höher liegen. Ein weiteres Review bestätigt dies. Besonders bei schwerer Parodontitis steigt das Alzheimer-Risiko auf bis zu 54 % (Nadim et al., 2020). Was im Mund beginnt, kann also das Denken verändern.
Der unsichtbare Weg vom Zahn ins Gehirn
Zentrale Akteure sind dabei Bakterien wie Porphyromonas gingivalis, die häufig in toten Zähnen oder chronischen Entzündungsherden vorkommen. Sie gelangen über die Blutbahn oder Nervenbahnen, wie etwa den Trigeminus, ins Gehirn. Dort verursachen sie stille Entzündungen und setzen aggressive Enzyme (Gingipaine) frei, die Ablagerungen von Amyloid-β und Tau-Proteinen begünstigen, wie sie aus der Alzheimer-Forschung bekannt sind (Dominy et al., 2019).
In Gehirnproben verstorbener Alzheimer-Patient:innen wurde P. gingivalis mehrfach nachgewiesen, teilweise sogar bevor klinische Symptome auftraten.
Tote Zähne & Störfelder – unterschätzte Gefahren
In meiner Praxis begegnen wir häufig sogenannten Störfeldern. Das können zum Beispiel tote Zähne, übersehene Wurzelreste oder nicht ausgeheilte Extraktionsstellen sein. Diese Bereiche können über Jahre hinweg unbemerkt stille Entzündungsprozesse im Körper auslösen und somit auch das zentrale Nervensystem belasten. Deshalb bleibt meine Arbeit nicht bei Röntgenbildern oder bei der Entfernung von Karies stehen. Ich gehe tiefer. Ich frage: Wie steht dieser Zahn mit dem Rest des Körpers in Verbindung? Könnte er Teil eines größeren gesundheitlichen Problems sein?
Zahngesundheit als Schlüssel zur Prävention
Bei dem Thema Prävention denken viele nur an gesunde Ernährung, Bewegung und Stressreduktion. Doch nur wenige denken dabei an ihre Zähne. Dabei beginnt ganzheitliche Prävention oft genau dort: im Mund.
In unserer Praxis setzen wir auf:
– Moderne, biokompatible Verfahren zur Zahnsanierung
– Ganzheitliche Diagnostik – inklusive Fokus auf tote Zähne, Parodontitis und Störfelder
– Verbindung von Zahn- und Allgemeinmedizin, da der Körper als Einheit funktioniert.
Und: Wir nehmen uns Zeit. Für Gespräche. Für Ursachen. Für Zusammenhänge.
Was Sie selbst tun können
Sie können heute schon etwas für Ihre Gehirngesundheit tun: Durch konsequente Zahnpflege und regelmäßige Kontrollen.
– Zweimal jährlich zur Kontrolle und professionellen Reinigung
– Tägliche Mundhygiene mit Zahnbürste und Zahnseide
– Frühe Behandlung von Zahnfleischbluten oder Lockerungen – nicht warten!
Denn was wie eine kleine Entzündung beginnt, kann langfristig große Folgen haben.
Als Ihr biologischer und ganzheitlicher Zahnarzt liegt mir sehr viel daran, Sie auf dem Weg zu Ihrer vollumfänglichen Zahngesundheit zu begleiten. In meiner Zahnarztpraxis in 1060 Wien betrachten wir nicht nur Ihre Zahngesundheit von heute, sondern auch die von morgen.
Quellen:
* R. Nadim et al. (2020). Association between periodontal disease and dementia: a meta-analysis. PMID: 32533373
* Dominy et al: (2019). Porphyromonas gingivalis in Alzheimer’s disease brains: Evidence for disease causation and treatment with small-molecule inhibitors. PMID: 30746447





